Die Kaunitzer Schützenbrüder und -schwestern trauern um ihren Ehrenbrudermeister Josef Lakämper, der im Alter von 88 Jahren in der Nacht von Montag auf Dienstag verstorben ist.
Neben seinem Engagement in der Politik und in der Kolpingsfamilie war Josef sein Leben lang Schützenbruder mit Leib und Seele. In diesem Jahr konnte er auf 60 Jahre Mitgliedschaft in der Bruderschaft zurückblicken. Stets lebte er den Leitspruch der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften: „Für Glaube, Sitte, Heimat.“ Wenn er gebraucht wurde, übernahm er Verantwortung.
1972 wurde er zum stellvertretenden Brudermeister gewählt. Gemeinsam mit Heinz Meermeier stellte er wichtige Weichen für die Zukunft der Bruderschaft. So gründeten beide 1976 die Jungschützenkompanie.
Als Heinz Meermeier 1988 zurücktrat, übernahm Josef Lakämper das Amt des Brudermeisters. Bereits zuvor hatte man über die Zukunft des alten Schießstands auf dem Gelände von Otto Lauströer nachgedacht. Josef brachte das Vorhaben voran, beschaffte einen Zuschuss des Landes Nordrhein-Westfalen und trug maßgeblich dazu bei, dass aus dem kleinen Schießstand am Kaunitzer Krug die heutige Schützenhalle mit Schießanlage am Alten Postweg entstand.
Aus Dankbarkeit für den gelungenen Neubau griff Josef Lakämper die Idee seines Weggefährten Dieter Pickert auf, Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen.
So entstanden die Aktionstage am 1. Mai zugunsten des Vereins „Familienhaus der Kinderkrebsklinik an der Universitätsklinik der Universität Münster“. Die Veranstaltungen wurden zu einem großen Erfolg. Mehrfach konnten Spenden in Höhe von mehreren Zehntausend D-Mark an den Verein überwiesen werden.
In seine Amtszeit fiel auch das 75-jährige Jubiläum der St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz im Jahr 2000. Dank seines großen Einsatzes wurde das Jubiläum zu einem eindrucksvollen und unvergessenen Fest.
Als sich abzeichnete, dass die Fahne der Bruderschaft aus dem Jahr 1975 nicht mehr lange erhalten bleiben würde, begeisterte Josef Lakämper die Teilnehmer der Jahreshauptversammlung 2004 so sehr für eine Neuanschaffung, dass innerhalb einer Stunde mehr als drei Viertel des Kaufpreises durch Spenden zusammenkamen.
Nach 17 Jahren als Brudermeister übergab Josef Lakämper sein Amt 2005 in jüngere Hände.
In all diesen Jahren zeigte sich immer wieder: Josef Lakämper konnte zuhören, anpacken und Menschen begeistern. Diese Wertschätzung reichte weit über die eigene Bruderschaft hinaus bis auf die Bezirks-, Diözesan- und Bundesebene des Bundes der Deutschen Historischen Schützenbruderschaften.
Auszeichnungen und Ehrungen
- 1980: Silbernes Verdienstkreuz
- 1985: Hoher Bruderschaftsorden
- 1991: St.-Sebastianus-Ehrenkreuz
- 2005: St.-Sebastianus-Ehrenschild, verliehen durch den damaligen Bundespräses Dr. Heiner Koch beim Bruderschaftstag des Bezirks Wiedenbrück in der Ostwestfalenhalle in Kaunitz
- 2015: Schulterband zum St.-Sebastianus-Ehrenkreuz für sein Lebenswerk im Schützenwesen
Wie sehr Ehrenbrudermeister Josef Lakämper in der St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz geschätzt wurde und weiterhin geschätzt wird, zeigte auch seine Beförderung zum Generalfeldmarschall bei der Sommer-Mitgliederversammlung.
Mit Josef Lakämper verlieren wir einen wertvollen und großartigen Menschen. Die gesamte Bruderschaft trauert um ihn: die Throngesellschaften, der Vorstand, die Ehrenkompanie, alle Abteilungen und besonders die ehemaligen Vorstandsmitglieder, die gemeinsam mit ihm für die St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz wirken durften.
Bei aller Trauer sind wir zugleich dankbar und stolz, dass Josef Lakämper Teil unserer Gemeinschaft war.
Die gesamte Bruderschaft fühlt mit seiner Ehefrau Paula und seinen Kindern Wolfgang, Stefan und Martina mit ihren Familien.
Lieber Josef, deine Schützen werden Dich nie vergessen.
Ein letztes Horri Doh auf Ehren-Brudermeister Josef Lakämper
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